Koloniallinguistische Handbibliothek

Bei der koloniallinguistischen Handbibliothek handelt es sich um eine Präsenzbibliothek in den Räumen der Universität Bremen (Fachbereich 10). Sie wird im Rahmen des Teilprojektes KOGEBIKOS (Kommentierte Gesamtbibliographie der kolonialzeitlichen Sprachforschung) aufgebaut und ihre Aufgabe ist es, bedeutsame Texte zur Sprachforschung und -dokumentation sowohl im Kontext des deutschen Kolonialismus als auch der Zeit des Revisionismus bereitzustellen.

Durch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Texten soll ein kritischer Blick auf den nicht zu unterschätzenden Einfluss von Sprache und ihrer Erforschung auf koloniale Herrschaftsstrukturen ermöglicht werden. Außerdem ist die Beschäftigung mit diesen Dokumenten unabdingbar, will man den Einfluss von Arbeiten wie den vorliegenden auf die Geschichte der Sprachwissenschaft im Allgemeinen als auch auf die der Afrikanistik und der Orientalistik im Besonderen aufdecken.

Da viele der relevanten Titel durch das Ablaufen der Schutzdauer des Urheberrechtes (i.e. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers/der Urheberin) inzwischen gemeinfrei und somit vielfach in digitaler Form verfügbar sind, haben wir uns bei der Auswahl der Bücher auf schwer zugängliche und nicht digitalisierte Raritäten konzentriert. Als besonders wertvoll in diesem Zusammenhang erachten wir den antiquarischen Erwerb zahlreicher Jahrgänge der „Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen“, die einzigartige Texte der kolonialen Sprachdokumentation zwischen 1901 und 1935 enthalten, wie z.B. die Beschreibung der Nyangbo-Tafi-Sprache in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo (heute: Ghana) durch den Missionar Emil Funke von 1910.

Eine weitere bedeutsame Sammlung innerhalb der Bibliothek ist die Schenkung von Prof. Dr. Peter Mühlhäusler (Adelaide), die in erster Linie den sprachlichen Aspekten des Kolonialismus im pazifischen Raum gewidmet ist.

Die Präsenzbibliothek entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Staats-und Universitätsbibliothek Bremen und die enthaltenen Titel sind durch eine entsprechende Signatur in den relevanten Katalogen auch überregional auffindbar. Die Sammlung steht allen Interessierten nach Absprache offen und bietet durch ihren besonderen Bestand hervorragende Lern- und Forschungsbedingungen.