Montag 24.3.2014 – Freitag 28.3.2014
täglich 9:00 Uhr – 17:30 Uhr, SFG 1020

Ozeanien ist mit weit über 1.000 Einzelsprachen eine der sprachenreichsten
Großregionen der Welt. Die Kenntnis von mikronesischen, melanesischen und
polynesischen Sprachen aus der großen austronesischen Sprachfamilie sowie
der genetisch diversen Sprachen Neuguineas ist außerhalb von sehr engen
Spezialistenkreisen für gewöhnlich eher gering. Die Ozeanienwoche ist dazu
gedacht, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen eine Auswahl derjenigen Aspekte
zu vermitteln, die für die sprachwissenschaftliche Forschung und damit für
unser Verständnis von menschlicher Sprache insgesamt von besonderer
Bedeutung sind. Dies geschieht eingebettet in den kultur-, religions- und
geschichtswissenschaftlichen Kontext, in dem die Sprachen und ihre
Sprecherschaften leben. Neben der Präsentation der wesentlichen
strukturellen Eigenschaften von ausgewählten Sprachen des ozeanischen Raums
bilden weitere Schwerpunkte des genuin sprachwissenschaftlichen
Programmteils der Sprachkontakt ozeanischer Sprachen mit den Sprachen der
Kolonialmächte (am Beispiel des Chamorro und des Rapanui), die multilinguale
ozeanische Gegenwartsgesellschaft (am Beispiel Neukaledoniens), die
kolonialzeitliche Sprachforschung in der ozeanischen Region u.a.m. Der weit
überwiegende Anteil der behandelten Fragestellungen ist im Sinne der
Koloniallinguistik relevant. Die Veranstaltung wird gemeinsam von Dozenten
und Dozentinnen der Linguistik und der Religionswissenschaften der
Universität Bremen sowie der Allgemeinen Sprachwissenschaft der Universität
Köln, der Romanistik der Universität Halle, des Instituts für Deutsche
Sprache in Mannheim, der Faculté des Lettres der Universität Luxemburg und
der Ethnologie/Geschichtswissenschaft der Universität Wien durchgeführt.

In das Programm integriert sind die Lehrveranstaltungen 10-M82-1-4-SM3 und
SM4 „Die Sprachen und Kulturen Ozeaniens (Einführung und Vertiefung“ des MA
Language Sciences und 10-82-3-TD3-1 und 2 „Sprachen des Südseeraums“ des BA
Linguistik der Universität Bremen.